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Zu intim - oder was?

Hallo ihr Lieben,

mal (wieder) was zum Nachdenken: wir haben eben in der Schule eine Kurzgeschichte gelesen, in der es um die Gesellschaft ging. Es ging um die Frage, was uns intim ist und was wir preisgeben. In der Geschichte wurde unsere Norm umgedreht. In dem Sinne bedeutet Intimität der Austausch von Meinungen und Gedanken, Gespräche. Nicht intim hingegen sind körperliche Dinge, Küssen, Rummachen, Sex. Warum? Weil der Körper grob gesehen bei jedem Menschen gleich ist, normal, jeder darüber verfügt. Deine Gedanken auf der anderen Seite sind individuell, persönlich, machen dich aus. In dieser anderen Gesellschaft wird also dem Oberflächlichem, dem Körper, Sex an Bedeutung genommen. Es ist normaler. Nichts, das man nicht teilen sollte. Demnach ist das Erstrebenswerte und auch das, worauf Männer aus sind, der Austausch von Gedanken. Und wäre das nicht eine viel bessere Welt? Wenn der Körper bloß ein Körper ist, Sex "bloß" Sex? Eigentlich ist es doch falsch daraus einen solchen Kult zu machen. Würden wir die Gesellschaft nicht eher vor falscher Oberflächlichkeit bewahren, würden wir aus Sex nicht so eine intime Sachen machen? Und wäre es nicht viel sinnvoller, würde man(n) wirklich die Gedanken des anderen erfassen wollen, anstatt mit ihm/ihr schlafen zu wollen?

Theoretisch wird unsere Welt der in der Geschichte aber auch immer ähnlicher. Es wird tatsächlich immer schwieriger gedanklich an jemanden ranzukommen, als mit jemanden zu schlafen. Wie leicht oder wie schnell kommt man denn - wenn wir mal ehrlich sind - an einen One Night Stand? Wie schnell schafft man es aber dagegen sich gedanklich zu öffnen? Meine Mutter meinte auch einmal, dass die meisten Menschen beispielsweise keine Therapie machen würden, weil es schwer ist vor einem fremden Menschen einen Gedanken Striptease abzuliefern. Striptease hingegen sind fast schon normal, fast einfacher; auch in dem einfachen Sinne sich vor jemanden auszuziehen (bevor man mit ihm schläft).

Außerdem: zwei Szenarien.

Szenario Nr. 1: Ein Mann. Eine Frau. Finden sich attraktiv, unterhalten sich, tauschen Gedanken aus, entdecken Gemeinsamkeiten, reden bis in die Puppen und machen so die Nacht zum Tage.

Szenario Nr. 2: Ein Mann. Eine Frau. Finden sich attraktiv. Unterhalten sich - nicht wirklich. Küssen sich. Schlafen miteinander und machen so die Nacht zum Tage.

An welchem Szenario bleiben wir länger hängen? Während es okay ist die Person aus Szenario Nr. 2 nicht mehr wieder zu sehen, wollen wir über die Person aus Szenario Nr. 1 gerne mehr wissen - oder nicht? Genau aus dem gleichen Grund, können wir zwei Personen gleich lange kennen, gleich viel Zeit mit ihr verbracht haben, aber unterschiedliche Dinge mit ihr getan haben und deshalb vermissen wir die eine mehr als die andere. Vielleicht auch in verschiedenen Sinnen. Aber in unserer Erinnerung überwiegen würde doch wohl eher die Person, mit der wir mehr geredet und deshalb mehr geteilt haben. Genau aus dem gleichen Grund machen uns One Night Stands nicht glücklich und helfen uns nur kurz über Trauer hinweg.

Aber: trotzdem wird Sex mit der Steigerung an Intimität, die wir ihm geben, immer wichtiger und größer. Je größer das Tabu, desto stärker das Verlangen danach. Je länger wir warten, desto größer die Erwartung. Je prüder, desto mehr Bedeutung. Und zu viel Bedeutung ist auch nicht gut. Denn dies erreicht ja nun das Gegenteil: zu viel Wert auf den Körper. Zu wenig auf der Seele.

Nochmal kurz und knapp: Je weniger intim Sex, desto intimer die Gedanken. Je weniger wichtig der Körper, desto wichtiger die Seele. Also: eigentlich besser.

Allerdings - und deshalb ist die Sex-tolerantere Welt auch nicht das Wahre - ist Gedankenaustausch ja wichtig und sollte nicht zum Tabu gemacht werden. Belassen wir es dabei, dass Gedankenaustausch regulär ist, nehmen wir den Gedanken zwar auch an Attraktivität, aber dennoch bleibt er so wichtig, dass wir ihn nicht auf die Leute beschränken können, mit denen wir intim sein können. Außerdem wäre ich nach dieser Mail in der fiktiven Gesellschaft ja die Oberschlampe. Und das wollen wir auch nicht. Trotzdem, etwas reizbares hat diese Welt. Versteht ihr warum?  

Nun, wieder raus aus dem Thema. Mir geht es gut. Ich erwarte momentan den Besuch von Annika, die mir ab Donnerstag Gesellschaft leisten wird. Whoa, dann können wir Gedanken austauschen. ;-) Ganz heimlich. Mein Wochenende war auch sehr schön. Am Freitag habe ich Kathrin in Amersham besucht und war mal in einem richtig englischen Club. Richtig Englisch, weil es dort im Gegensatz zu hier nicht so Multi-Kulti ist und die Männer, die man kennenlernt, tatsächlich Englisch sind. Und mit denen lässt sich gut reden und gut tanzen. Hat mir gefallen. Und Samstag haben wir noch ein bisschen Amersham selbst erkundet, waren im Park, im Café und so. Und haben wieder ganz böse unsere Ansichten ausgetauscht. Samstagabend habe ich mich dann mit Kerstin getroffen und wir sind zu Lennart gefahren. Dort haben wir wirklich Frühlingsrollen gemacht. Allerdings kamen dann doch noch einige Leute, so dass ich vom Essen nicht viel abbekam (freiwillig oder unfreiwillig kann ich nicht sicher sagen, aber ich war jedenfalls nicht furchtbar traurig). Sonntag haben wir dann noch bei Lennart gechillt (es haben dort viele geschlafen, nicht nur ich) und sind später noch ein wenig durch Central London geschlendert. Gestern ging dann wieder der Alltag los und jetzt geht es damit gleich weiter.

Ich denke an euch und freu mich meine Gedanken mit euch teilen zu dürfen und hoffe sie langweilen oder verwirren euch nicht.

Euch lieb habend,

Eure Maren

4.3.08 14:09, kommentieren

It's all about food - isn't it?

Hallo ihr Lieben,

jammer - da hatte ich wieder eine lange Mail verfasst, die ich nicht abschicken konnte. Ein falscher Klick. Ich hasse es. Also, nochmal das Ganze. Wenn auch weniger schön. Wir werden sehen.

Granny's back. Na gut, mittlerweile schon wieder fast "back home", nämlich about to depart. Wir hatten die letzten zwei Tage aber wieder das Vergnügen. Nichts gegen sie. Sie ist wirklich eine Liebe. Man muss sich nur manchmal daran erinnern, dass sie es ja nur gut meint. Ich hätte mich trotzdem erst umziehen und euch dann schreiben sollen. Meine Klamotten riechen immer noch nach Essen. Wenn ihr wüsstet, was ich heute Abend gegessen habe, wärd ihr stolz auf mich. Ganz sicher. Es gab Chicken (ok, nothing to be proud of) mit Kartoffeln (still nothing to be proud of) und ganz viel Gemüse (be proud, be proud!!). Gemüse, von dem ich teilweise nicht mal den Namen weiß. Es war grün und weiß - aber viel wichtiger: ich hab es gegessen. Und Karotten, auch noch warm gekocht, die ich (trotzdem) gegessen hab. Juhu. Ich bin so gut. Zum Nachtisch gab es noch Pflaumen mit warmen Custard. Am Wochenende habe ich noch zusammenschreckend über warmen Pudding gejammert. Den kann ich wirklich, wirklich nicht ausstehen (irgendwer, der das zufällig nachvollziehen kann? ;-) ) kann. Custard ist aber ein Mittelding zwischen Vanillesoße und -pudding. Und zusammen mit den Pflaumen (die ich nun eigentlich - wen wundert's - auch nicht mag) war das so richtig, richtig lecker. Guys, I'm seriously improving here. Gestern allerdings... oh Schock... gab es so Würstchen. Und... boah, ich musste mich sooo quälen und zusammenreißen. Die waren frisch. Vom Fleischer. So richtig fette Bratwürstchen. Und weil ich die erste so schnell gegessen hab (ganz nach dem Motto "schnell runter damit", hatte ich das Vergnügen mit einem halben Würstchen mehr als nötig ("Wenn es dir soo gut schmeckt..." Hahaha.). Da waren sechs Stück. Ich hatte 2,5, Cerys 1,5 und die Oma nur eine. Wie unfair ist das denn bitte? Jaja, she means well. Ich hab hinterher trotzdem noch ganz freiwillig einen Joghurt gegessen. Ha, bin ich gut.

Nun wollte ich eigentlich mein neues Buch ("the chocolate run" (it's always the food metaphores with me würde meine Englischlehrerin jetzt sagen) von Dorothy Koomson und bisher richtig, richtig gut) weiterlesen und dabei Toffifee essen. Annika und ich haben heute einen 99p (p=pence) store entdeckt und da gab es Kinderschokolade, Toffifee und alle möglichen leckeren Süßigkeiten eben für nur 99p. Mein Paradies. Und vorher haeb wir auch noch für nur 1 Pfund ein Riesenbaguette und ein Getränk mit refill bei Subway bekommen - unserer connections sei Dank. :-) Katha, ein anderes Au Pair, mit dem wir befreundet sind, arbeitet dort. Naja, die Toffifees werd ich mir nun wohl aufheben. Auch nicht schlecht.

So - und euch habe ich nun erstmal wieder ordentlich mit Essen voll gelabert. Entschuldigt mich. Aber: Essen ist wirklich ein wichtiges Thema. Ich mein, unser ganzes Leben hängt vom Essen ab. Essen begegnet uns jeden Tag. Essen ist unser Alltag. Also, warum eigentlich nicht darüber reden? Es gibt so viele spannende Sachen darauf bezogen zu entdecken. Und das kann unser Leben verbessern. Alltäglich. Deshalb: darüber reden, reden, reden.

Ansonsten? Mir geht es sehr gut; nur vergeht die Zeit so schnell. Ich habe das Gefühl, als sei ich gestern erst von meiner Weihnachtspause zurück gekehrt. Seitdem is auch immer etwas gewesen. Erst die Sache mit Joe, dann war Rebecca hier, dann war ich wieder Zuhause, dann kam Lotti mit hierher, weniger als zwei Wochen später schon Annika, diese Woche kommen Böhles (mein Babysitterfamilie in Deutschland), nächste Woche komme ich schon wieder nach Deutschland. Die Zeit vergeht wirklich wie im Fluge. Allerdings ist es ja auch schön, dass mir das so vorkommt und ich hier nicht sitze und die Sekunden zähle bis ich endlich nach Hause kann. Je schneller die Zeit zu vergehen scheint, desto besser geht es mir wahrscheinlich auch. Und ich kann auf jeden Fall von mir behaupten, dass ich sehr glücklich bin.

Mit Annika war es auch sehr schön. Wir haben wieder so viel geschafft. Primark wurde wieder ein wenig leerer geshoppt. Die Sightseeing-Attraktionen von Fotoapparaten geblitzt (ich hab so schöne Nacht-Fotos gemacht), Peter Pan wurde nach zwei missglückten Versuchen endlich gefunden, wir haben den Westminster Abbey (umsonst - nämlich indem wir einen Gottesdienst besucht haben) mal von innen gesehen, zwei Märkte (Camden und Portobello) aufgesucht, viele Taschen gekauft (ich liebe Taschen und noch mehr Taschenkaufen), die bunten Häuser in Notting Hill gesehen, nach langem, nervenaufreibenden Suchen das Hard Rock Café gefunden (jetzt werde ich hoffentlich nie mehr vergessen, wo es ist), ein bisschen Sonne im Park genossen, uns von Regen und Wind nicht einschüchtern lassen und auch noch Menschen getroffen. Annika traf auf Annika. :-) Und andere meiner Freunde hier. Im Pub und beim Pfannkuchenessen bei Kerstin Zuhause.

Und: Cerys "in action" durfte Annika auch erleben, da sie Montag zu meiner Arbeitszeit hier war. Nun kann sie sich richtig vorstellen, wie es manchmal mit ihr sein muss. Dabei war sie noch wirklich friedlich. Gestern war sie mal wieder richtig furchtbar. Ich hatte sie morgens alleine und sie hatte ständig irgendwo imaginäre Schmerzen, die sie von ihren Aufgaben abhielten, fand sich hässlich, wollte nicht dies, wollte nicht das. Sie hat gejammert, ich hab geschrien - und wir kamen zu spät zur Schule. Aber naja - so ist das halt. Gesternabend allerdings war es wieder richtig schön. Sie hat gebadet (natürlich im swimming costume, ich darf sie ja nicht sehen - bloß nicht), ihre Haare gefönt (die sahen hinterher sooo schön ist) und sie ins Bett gebracht. Und wir haben Tränen gelacht. So laut und so viel, dass irgendwann ihre Oma hoch kam. So anstrengend sie auch manchmal ist, sie kann auch so lieb und so witzig sein. Man muss einfach ab und an die Schwierigkeiten bei Seite schieben und den Moment genießen - dann hat man mit ihr wirklich eine wunderbare Zeit. Heute war es auch wieder sehr lustig und schön. Wir sind schon ein gutes Team.

Jetzt steht schon wieder das Wochenende bevor. Morgen habe ich in der Schule wieder conversation class. Mit dem tollen Lehrer, Robin. Und wir reden wieder über das Buch "Girl with a pearl earring". Das hab ich nun fertig gelesen und es ist auch voll gut, deshalb freu ich mich schon voll. Dann steht abends Dörthes Geburtstag an und für Samstag ein Treffen mit Böhles. Alles Dinge, an die ich gerne denke. Nächste Woche komme ich dann schon nach Deutschland. Auf das Fliegen und auf euch (ob am Telefon oder live) freu ich mich sehr. Vor dem Einstellungstest und dem evtl. Vorstellungsgespräch bei Lufthansa hab ich natürlich auch ein bisschen Angst. Aber alles in allem kann ich nächste Woche auch kaum erwarten, obwohl ich - wie gehabt - auch erstaunt darüber bin, dass sie so schnell gekommen ist.

Nun wechsel ich dann wirklich mal in mein Nachthemd und klemme mich hinter mein Buch - ohne Toffifee.

Ich denke an euch, hoffe es geht euch gut und freu mich natürlich von euch zu hören. Also, meldet euch bitte. ;-)

Euch drückend und lieb habend,

Eure Maren

PS: Noch kurz: heute in der Schule haben wir zufällig über Autismus gesprochen. Meine Lehrerin hat zwei Artikel gefunden, geschrieben von Autistinnen selbst. Es war echt interessant das mal aus ihrer Sicht zu sehen. Mal vor Augen zu haben, wie wir eigentlich auf sie wirken. Dass nicht unbedingt sie die sein müssen, die anders sind. Sondern das auch wir anders sind. Zu sehen, wie wir eigentlich sind. Und wie schwer zu verstehen ist, was für uns selbstverständlich ist. Zwischenmenschliche Dinge, die sie nicht so verstehen. Und auch hier sehe ich wieder, wie weit weg der letzte September mittlerweile schon scheint... die Zeit rennt wirklich.

13.3.08 21:15, kommentieren

Nothing better than Family....

Hallo ihr Lieben,

Mann ey, ich bin sooooo müde. Dabei war ich heute so vernünftig tagsüber noch zwei-drei Stunden zu schlafen (was ich eigentlich gar nicht mag), aber das hat mein Schlafdefizit vom Wochenende leider nicht ausgleichen können. Ich glaub so wenig wie an diesem Wochenende hab ich noch nie geschlafen oder zumindest lange nicht mehr.

Am Freitag haben wir ja Dörthes Geburtstag im Koko gefeiert. Wir hatten so viel Spaß und so ein Glück mit der Musik, es war richtig schön. Vorher haben wir noch Champagner getrunken und wir haben uns diesmal zur Abwechslung auch mal im Koko selbst was zu Trinken gegönnt (was eigentlich viel zu teuer ist). Deshalb war es dann sehr lustig. Allerdings konnte ich nicht ewig bleiben, weil ich am nächsten Morgen früh aufstehen musste.

Da hab ich mich ja nämlich mit Böhles getroffen. Ich bin um 7.30 Uhr aufgestanden, um pünktlich um 10 Uhr am British Museum zu sein. Wegen des Staus und so, musste ich da schon so früh los. Jedenfalls war ich dann gerade noch rechtzeitig, habe aber auf die Familie warten müssen. Fand ich aber nicht schlimm. Irgendwann kam mir dann Celine in die Arme gerannt und Nadja gleich hinterher. So viel umarmt und gezogen wurd ich auch lange nicht mehr. Ich hab den ganzen Tag Kinderhändchenhaltend verbracht. Es war aber sehr, sehr schön. Wir waren halt in dem Museum, dann noch in Covent Garden, bei Harrodd's und im Victoria & Albert Museum. Ich hab zum ersten Mal bei Harrodd's Eis gegessen. Das ist eigentlich so unheimlich teuer, aber es war auch sooo lecker. Trotzdem: 2,25 Pfund für eine Kugel Eis, wenn man draußen (!; sonst noch teurer) isst. Aber ich wurde ja eingeladen. ;-) Abends waren wir auch voll lecker essen, im Spaghetti House. Und Schokolade zu Ostern wurde mir auch geschenkt. Sehr spendabel waren sie. Viel schöner fand ich aber die familäre Atmosphäre und eben die Freude der Kinder mich zu sehen. Es hat mich alles an unsere Familienurlaube "früher" erinnert. Ich hab echt Glück, dass ich so viel mit meiner Familie reisen konnte und finds schon etwas schade, dass man das irgendwann nicht mehr so macht. Es war immer so schön von den Eltern überall hingebracht zu werden. Sogar das Jammern, wenn der Papa im Museum wieder viel länger braucht, vermiss ich. Oder das Beklettern aller möglichen hohen Berge und Türme. ;-) Natürlich das Essengehen, was dann immer das Highlight zum Ende des Tage wurde. Das Überreden der Mama, wenn man etwas haben wollte, was auch eigentlich immer geklappt hat. Verwöhntes Kind. :D Und auf jeden Fall immer die Schwester an seiner Seite. Ohne sie ging gar nichts. Jaja... schön solche Erinnerungen haben zu können.

Nachdem ich mir zum Schluss noch unbedingt das Hotelzimmer der Mädels angucken sollte, hab ich mich dann verabschiedet und bin noch zu Sophia gefahren, wo die anderen (Dörthe, Lennart, Annika, Anna, Katha) schon Pizza gegessen hatten. Tja.... und irgendwie kam es dann so, dass Annika und ich viele Stunden und Busfahrten später erst um 6 Uhr morgens Zuhause waren.

Sonntag wollten wir aber unbedingt zum St. Patrick's Day und deshalb haben wir nur zwei-drei Stunden geschlafen. Hat sich aber gelohnt. Ich hab mal wieder tollen irischen Stepdance gesehen. Ich liebe den. :-) Hat sich so toll angehört. Und viele Irlandbilder hab ich gesehen, irische Sänger singen gehört. Und selbstverständlich waren wir dann auch noch im Pub. Das war auch sehr nett. "Wir" waren überings Annika, Dörthe, Lennart und ich. Nach dem Pubbesuch ist Dörthe nach Hause gefahren und der Rest hat sich dann noch mit Katha getroffen, die aber nur kurz mit Döneressen war. Der Döner hier hat zwar geschmeckt, ist aber nicht so lecker wie bei uns. Abends waren Lennart, Annika und ich dann noch im Kino und deshalb war ich dann wieder erst viel zu spät Zuhause. Wir haben "The other Boleyn Girl" geguckt. Ich fand den Film echt gut, obwohl er eigentlich irgendwie gar nicht so viel Handlung hat. Es ist aber echt heftig, was zu der Zeit alles abging. Nicht, dass man das nicht eh weiß, aber ich war dann trotzdem irgendwie öfters schockiert. Das war aber voll der tolle Tag: "Irland", Essen, Kino... ;-)

Insgesamt war es also ein sehr schönes Wochenende. Heutemorgen hatte ich Cerys allein und war ganz erstaunt darüber, wie einfach es mit ihr war. Sie hat mal ziemlich schnell gehört. Ansonsten hab ich den Tag sehr viel bügelnd verbracht. Katherine hat gestern meine ganze Wäsche gewaschen und etwas von ihrer und das war echt viel. Nun hab ich nur noch morgen einen vollen Tag und dann geht es Mittwoch schon nach Frankfurt, ich bin echt gespannt. Ich freu mich schon tierisch auf Donnerstagabend, wenn ich dann alles hinter mir hab und meine eigene Familie wieder hab, die ich nach Samstag echt vermisst hab. Juhu. Jetzt freu ich mich voll. :-)

Also, eine schöne Restwoche wünsch ich euch und hoffentlich sieht oder hört man sich dann ab Freitag mal!

Denk an euch und drück euch,

Eure Maren

17.3.08 20:58, kommentieren

What language is it?

Hallo ihr Lieben,

ich liege gerade Schokoladeneier-essend in meinem so schönen, gemütlichen Lieblings-London-Bett. :-) Ich habe heute frei, wie ich gestern abend erfahren habe. Sie haben hier doch auch einen Ostermontag und Cerys kommt erst heute wieder. Dafür ist gerade die Oma da. Toll, könnte man sagen, dann hätte ich ja auch gestern noch Zuhause bleiben und richtig Ostern feiern können, aber ich finde es ehrlich gesagt gar nicht mal so schlecht so. Ich brauche nämlich diesen faulen Tag heute dringendst. In Deutschland konnte ich nie richtig ausschlafen, stand immer unter einer gewissen Anspannung (weil zu wenig Zeit für alle(s)) und hatte oft so ein unwohles Gefühl im Magen; Bauchschmerzen oder mir war schlecht. Natürlich genieße ich die Zeit in Deutschland immer und freue mich da zu sein, aber irgendwie ist sie eben auch immer eine Zeit, in der ich mich zwischen den Welten fühle; da bin ich nicht richtig da und nicht richtig weg. Ich werde kurz aus allem heraus gerissen und dann wieder auf den Alltag losgelassen. Und dazu kam eben noch das Vorstellungsgespräch, was dann auch nochmal die Aufregung steigerte. Der Höhepunkt ist aber immer die Autofahrt zum Flughafen vorm Abschied; da sammelt sich dann alles an, im Kopf rattert man die "to do"-Liste ab. Am Flughafen steht man dann mit einem Bein im Versagen (das habe ich alles nicht geschafft) und mit dem anderen in der Erleichterung (jetzt brauch ich mir auch keinen Kopf mehr machen, denn jetzt ist es eh zu spät). Aber so richtig abschalten kann man erst wieder in London, wenn das Anspannungsgefühl wieder ein Stück weiter nach unten sinkt; durch die Füße den Körper verlässt.

Das wäre alles anders, wenn ich fest in Deutschland wäre. Denn ohne die Zeitbegrenzung, wäre da nicht der Zeitdruck, weshalb ich alles noch ein Stück mehr genießen könnte. Es sollte jetzt nicht heißen, dass ich in Deutschland die ganze Zeit genervt durch die Gegend laufe, sondern lediglich, dass es doch auch immer ein wenig anstrengend ist; gefühlsmäßig. Und man deshalb dann auch froh ist wieder "Zuhause in London" zu sein, wo der normale Alltag einkehrt. Außerdem hat man dann wieder die Schlussszenen hinter sich, in denen man zu viel darüber nachdenkt, ob man nicht einfach Zuhause bleiben sollte. Ist man dann erstmal wieder hier, verfliegen diese Gedanken wieder. Heute abend werde ich Annika, Kerstin und Katha, die die letzten Tage in Schottland waren, aus Golders Green abholen und bekomme dann hoffentlich ausführliche Berichterstattung und werde natürlich auch erzählen.

Ansonsten werde ich nun den Tag in Ruhe im Bett verbringen. Ich hab es gestern geschafft ein Buch an einem Tag zu lesen (wahrscheinlich aufgrund der ganzen langen Wartezeiten). Juhu, das hatte ich lange nicht mehr. Rosy, was hast du mir da nur für ein Buch empfohlen? Das ist ehrlich nicht ganz jungendfrei. Aber es war doch so spannend, dass man es tatsächlich in einem durchlesen muss, wie Rosy und ihr Freund meinten. Mich hat aber sogar der Mann neben mir im Flugzeug darauf angesprochen, ob ich denn heute nacht gut schlafen kann, wenn ich "sowas" lese. Oh Gott, wie peinlich... aber das war sowieso so einer... der stand schon in der Schalterschlange vor mir. Da noch mit einem anderen Mann. Ich habe ihrer Unterhaltung ein bisschen zugehört und mich erst gewundert, weil ich sie vollkommen verstand und dann aber bemerkte, dass ich ihre Sprache gar nicht spreche. Es war also eine Sprache, die der deutschen ähnlich war. (Im Bus zum Flughafen hatte ich überings süße kleine italienische Kinder neben mir und auch sie habe ich verstehen können, juhu; die waren echt soooo süß, vor allem weil Italienisch aus so einem Kindermund so süß klingt; man denkt dann, die seien voll talentiert, dabei ist es ja einfach ihre Muttersprache... naja.) Jedenfalls hat mich der Mann nachdem er eingecheckt hatte gefragt, welche Sprache sie wohl gesprochen hatten, das auf deutsch. Ich habe dann auf Niederländisch getippt (liegt ja nahe) und hatte recht. Er meinte aber sie kommen nicht aus den Niederlanden und sprechen auch deutsch. Die Lösung des Rätsels bekam ich dann im Flieger. Da hat er sich ja dann, wie gesagt, neben mich gesetzt und irgendwann hab ich ihn einfach gefragt, weshalb er so viele Sprachen spricht. Er hatte nämlich einen amerikanischen Reisepass und in der Kombi hat mich das echt gewundert. Die Lösung ist: er kommt aus Belgien (achja, da spricht man ja auch Niederländisch), ist teilweise in Deutschland aufgewachsen, hat eine amerikanische Frau geheiratet und in Amerika gelebt (deshalb der Reisepass) und wohnt nun zwei Jahre in England, weil die Kinder die Sprache können und er näher an seiner Familie ist. Spannend, spanned. Im Juli gehen sie aber doch wieder nach Amerika zurück. Wahrscheinlich seiner Frau wegen. Er meinte noch zu mir, dass man mit mir ja aufpassen müsse, wenn ich so schnell so viel verstehe und da konnte ich nur grinsen. Die Bemerkung fand ich gut. :-)

Na gut, das Buch (so war ich ja auf das Thema gekommen) hab ich nun jedenfalls durch (Paulo Coelho "Elf Minuten", falls es jemand lesen will), aber ich habe hier ja noch mein "the chocolate run" und außerdem guck ich dann gleich noch die tolle DVD "Zusammen ist man weniger allein" (überings auch ein tolles Buch).

Vielleicht noch kurz für die, die es noch nicht wissen: das Vorstellungsgespräch war ganz gut. Die Leistungstests hab ich auf jeden Fall bestanden, bin ja weitergekommen. Damit hatte sich schonmal meine größte Sorge erledigt. Dann gab es eine Gruppenaufgabe, die war nicht soo so toll und dann ein Einzelgespräch, das teils glaub ich sehr gut war, teils auch nicht so toll (vor allem nicht das Rollenspiel; ganz furchtbar, aber das meinten alle). Naja, ich bekomme in ca. zwei Wochen Bescheid (wahrscheinlich etwas länger), mache mir aber keine großen Hoffnungen, weil sie angeblich nur noch für München suchen und ich gesagt habe, dass ich es mir bei München überlegen würde (da wusste ich noch nicht, dass es vllt gar keine Plätze mehr in Frankfurt gibt).

Und das andere Highlight in Deutschland: wir haben jetzt eine Katze! Sooooooo süß. Sie hat eine Nacht in meinem Bett geschlafen und ist deshalb auch nicht ganz unschuldig an meinem Schlafdefizit. Aber bei ihr kann man einfach nicht anders. Bin mal gespannt, ob meine Eltern sie letzte Nacht einfach jammern lassen haben!? Mussten sie ja. Naja.

Ich wünsch euch einen schönen Ostermontag und eine sehr schöne Woche!

Ich denke viel an euch, das könnt ihr mir glauben.

Euch lieb habend,

Eure Maren

24.3.08 10:54, kommentieren

Vom lieben Lob zu Notfallplänen...

Hallo ihr Lieben,

es tippen gerade knallrote Finger diese Buchstaben, Worte, Sätze, eMail... ich war heute in "Cerys' Salon" eingeladen. :-) Und da wurde mir ein sehr schöner knallroter Nagellack auf die Handnägel verpasst. Auf die Fußnägel eigentlich auch, aber da haben sie und ihre Freundin nach dem großen Zeh aufgegeben. Für mich heißt es dann gleich: Nagellackentferner raus und ordentlich wischen; das Ergebnis kann sich nämlich eben nicht sehen lassen. Dennoch: ich muss Cerys an dieser Stelle mal loben. Sie war in den letzten Tagen wieder häufig der Mensch, der mich am meisten zum Lachen gebracht hat. Okay, ich war auch einfach am meisten mit ihr zusammen, aber dennoch, das kann sie gut. Sie hatte das ja auch damals ganz zu Anfang nach meinem kleinen oder größeren Tief geschafft. Heute hat sie mir auch noch eine Fußmassage verpasst und das war soooo angenehm. Richtig toll! Dienstag ging es mir nicht so gut, weil ich einfach extrem müde war und auch etwas verzweifelt. Ich habe sie deshalb für den Nachmittag zu einer Freundin verabredet und dann schön "Zusammen ist man weniger allein" geguckt. Naja, wirklich glücklich war ich aber erst wieder, als ich Cerys bei mir hatte, mit ihr gepuzzelt und ihr neues Spielzeug ausprobiert habe. Da musste ich wieder tierisch viel lachen.

Das neue Spielzeug ist das reinste Fitnessgerät. So super; ich bin dem so dankbar. Jetzt hab ich endlich wieder einen "Sport" gefunden, der mir Spaß macht. Das ist so ne Stange an der auf der einen Seite ein Ring ist und auf der anderen eine Rolle wie bei Inlinern. Dann macht man den einen Fuß in den Ring und schwingt die Stange so, dass die Rolle im Kreis um einen rumrollt und springt mit dem anderen Fuß immer über die Stange rüber. Wahrscheinlich/vielleicht kennt ihr das sogar. Jedenfalls macht es richtig viel Spaß. Wenn man sich dazu Musik anstellt, kann man gar nicht mehr aufhören. Ich bin da echt ne gute Stunde rumgehüpft, war hinterher ganz kaputt, aber es gibt einen einen richtigen Kick. Voll gut. Macht aber süchtig. Bestimmt. ;-)

Ansonsten... ich habe mich Dienstag wirklich für das Proficiency Examen angemeldet, mit der Angst nicht zu bestehen. Aber: wir hatten heute wieder einen Mock Test und ich hab diesen Term viel gefehlt (wegen der Deutschlandbesuche und so) und hatte mich gar nicht vorbereitet und hätte trotzdem bestanden. Allerdings nur mit nem C. Für Unis braucht man zwar eh nichts besseres, aber dennoch werd ich mir dann nochmal so ein Buch kaufen und dann lernen. Ich konnte allerdings meinen Partner für den mündlichen Teil auswählen und werde das jetzt mit Viviane machen, was voll gut ist. Wir wollen dann auch mal zusammen üben und sie ist ja richtig, richtig gut.

Ich war Mittwoch mal wieder bei ihr zum Mittagessen und das war sehr nett. Wir hatten uns ja lange nicht mehr so getroffen, weil wir einfach die Zeit nicht hatten. Jetzt haben wir aber zum Glück gemerkt, dass uns beiden das ein wenig gefehlt hat und deshalb versuchen wir uns das jetzt wieder immer einzurichten. Mittlerweile haben wir ja auch beide unsere Vorstellungssachen hinter uns und müssen uns eh zusammen auf das Examen vorbereiten, da passt das echt gut.

Zu meiner Verzweiflung: ich bin gerade zukunftsmäßig auf der Suche nach Plan B oder C. Und, stellt euch vor: ich bin sogar schon fündig geworden. Ich hatte letztens schonmal an der Uni Frankfurt nach Studiengängen geguckt (Frankfurt, weil ich dann als Nebenjob Flugbegleiterin machen würde, wenn das ginge...) und was interessantes gefunden, nämlich Kultur-Anthropologie und Europäische Ethnologie. Allerdings war dafür der NC zu hoch. Aber: ich habe jetzt Europäische Ethnologie auch in Berlin an der HU gefunden und da kann man dann als Nebenfach Gender Studies wählen und das find ich richtig interessant. Allerdings find ich auf der Seite die NCs nicht. Wenn die da auch zu hoch sind, gibts aber noch nen Notfallplan, und zwar Göttingen. Da haben sie im letzten Jahr für Europäische Ethnologie alle zugelassen. Jedenfalls wären beide Orte richtig gut. In Berlin studiert  nämlich wahrscheinlich Rebecca für ein Jahr und mit der wollte ich ja schon immer zusammen wohnen, endlich mal im gleichen Land zumindest und dann wär es ja auch praktisch, wenn es mal die gleiche Stadt wär. Außerdem würde ich da Clara (von hier aus der Sprachschule) kennen und vielleicht geht Merle wegen Ivan da ja auch hin... muss ich sie gleich mal fragen, wenn sie aus Manchester mal hier her kommt. Und in Göttingen wären auf jeden Fall schonmal Kathrin, Astrid und Kiki.... das wäre ja auch voll gut. Und es ist nicht so weit weg von Braunschweig. Aber eigentlich zu klein. Naja... sind ja alles eh nur Notfallpläne und wie immer irgendwelche Hirngespinste, die mir nur gerade so durch den Kopf schweifen. Was dann wirklich wird, sehen wir ja noch. Aber von dem Plan B (ob nun in Berlin oder Göttingen... ich werd natürlich noch weiter gucken, zwei Bewerbungen reichen ja bei weitem nicht) bin ich fast so begeistert, dass ich ihn Plan A (Ausbildung) fast vorziehen würde. Nur noch ein Haken: was macht man dann mit diesem Studium? Hmm... das stellt sich ja bestimmt im Studium noch raus oder? Ich werd dann einfach Bücher schreiben und all mein Wissen da mit reinquetschen; hach, das wäre ein Traum. :-)

Na gut, das war's erstmal von mir. Jetzt geht es ab ins Bad, Nägel sauber machen.

Ich hab euch lieb und denk an euch,

Eure Maren

1 Kommentar 27.3.08 20:44, kommentieren